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Donnerstag, 26. März 2026

Stiftung Hommage à la France trauert um ihre Stifterin

Die Musikerin, Schriftstellerin und Journalistin Brigitte Schubert-Oustry kam am 1.November 1935 in Dresden zur Welt und verstarb ebendort am 25. Februar 2026 im Alter von 90 Jahren.

Brigitte Schubert-Oustry, die den Bombenangriff auf Dresden erlebte, absolvierte zunächst ein Musikstudium als Pianistin an der Hochschule für Musik Berlin (West), bevor sie dann als freiberufliche Autorin, Journalistin und Reporterin für deutsche Rundfunkanstalten und Tageszeitungen arbeitete. 1965 heiratete sie den französischen Germanisten Léon Oustry und übersiedelte nach Frankreich, wo sie über dreißig Jahre als Pariser Auslandskorrespondentin für deutschsprachige Rundfunkanstalten tätig war. 1968 kam Tochter Emmanuelle Oustry in Paris zur Welt. Nach der Wiedervereinigung engagierte sich Brigitte Schubert-Oustry als Vizepräsidentin der „Association Frauenkirche Paris“ für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche und knüpfte somit wieder an ihre Geburtsstadt an.

2013 folgte die Gründung der Stiftung Brigitte Schubert-Oustry für den Literaturpreis Hommage à la France: Zwischen 2013 und 2021 würdigte die Stiftung jährlich unter dem Dach der Bürgerstiftung Dresden und unter der Schirmherrschaft des Institut français Dresden deutsch- oder französischsprachige Autor*innen, die mit ihrem Werk besonders zur Kenntnis des Nachbarlandes Frankreich beigetragen haben. Zu den Preisträger*innen zählen u.a. der Journalist Ulrich Wickert, der Historiker Wilfried Loth und die Schriftstellerin Pascale Hughes.

2018 ehrte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron Brigitte Schubert-Oustry für ihr Engagement. In einem persönlichen Brief aus dem Élysée-Palast würdigte er ihre Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen, insbesondere durch die Stiftung des Literaturpreises Hommage à la France. Als Anerkennung für ihr Lebenswerk, das die Förderung des Austauschs zwischen Deutschland und Frankreich umfasst, wurde ihr am 28. Februar 2020 in Dresden der französische Verdienstorden „Chevalier de l’Ordre national du Mérite“ durch die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes verliehen. Brigitte Schubert-Oustry erhielt die Auszeichnung für 30 Jahre journalistische Auslandsberichterstattung über Frankreich sowie für die Stiftung des Literaturpreises in Dresden Hommage à la France als Beitrag zu einer besseren deutsch-französischen Verständigung.

Als Autorin schrieb Brigitte Schubert-Oustry Lyrik, Prosa, Märchen und Hörspiele. 2015 veröffentlichte sie ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel: „Achtung Aufnahme. Band läuft. Eine Journalistin erinnert sich“. 2023 erschien der Band „Balkon mit Aussicht. Skizzen aus dem Pariser Alltag“. Für Ihren deutsch-französischen Gedichtband „Das Gedächtnis der Dinge / La mémoire des choses“ erhielt sie 2010 den Nikolaus Lenau-Preis für Lyrik.

Mittwoch, 8. Juni 2022

Von Erbfeinden zu guten Nachbarn. Ein deutsch-französischer Dialog

Im Nachgang zur Präsidentschaftswahl in Frankreich nehmen wir die deutsch-französischen Beziehungen genauer in den Fokus. Aus heutiger Sicht erscheint es kaum noch vorstellbar, dass die beiden großen Länder im Herzen Europas einander jahrhundertelang so argwöhnisch wie eifersüchtig beäugten – und immer wieder in blutigen Konflikten aufeinandertrafen, etwa im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg.

Der Preis

Zur Beachtung: Bewerbungen werden aktuell nicht angenommen, da der Literaturpreis vorerst nicht mehr vergeben wird.

Die Stiftung Literaturpreis Brigitte Schubert-Oustry schreibt seit 2013 den deutschen Literaturpreis Hommage à la France aus. Der Preis stellt eine Ehrung Frankreichs dar, dem Nachbarland Deutschlands mit reicher Tradition, das gleichzeitig unser wichtigster Partner auf dem Wege zu einem geeinten und starken Europa ist.

Ziel des Preises ist es, die deutsch-französischen Beziehungen zu stärken, indem er in Deutschland das Verständnis für Frankreich und die Kenntnisse über das Land fördert und eine Intensivierung des kulturellen Austausches ermöglicht.

Die Stiftung

Die Stifterin Brigitte Schubert Oustry

Die Stifterin Brigitte Schubert Oustry
Foto: Steffen Giersch

 

Die Stiftung Brigitte Schubert-Oustry verdankt ihren Namen der Schriftstellerin, Journalistin und Pianistin Brigitte Schubert-Oustry als Mittlerin zwischen zwei Welten. Die geborene Dresdnerin heiratete 1965 den französischen Germanisten Léon Oustry, zog nach Paris und berichtete von dort 30 Jahre lang für deutschsprachige Rundfunkanstalten. Seit 1990 lebt sie wieder in Dresden immer wieder mit längeren Aufenthalten in Paris. Die Aussöhnung von Frankreich und Deutschland und die Vermittlung der französischen Kultur, Sprache und Literatur in Deutschland liegen ihr am Herzen.

Mit diesem Anliegen gründete Brigitte Schubert-Oustry 2013 in Dresden die „Stiftung Brigitte Schubert-Oustry – Literaturpreis Hommage à la France“. Diesen Preis vergibt die Stiftung jedes Jahr an einen Autor für ein Buch, in deutscher Sprache publiziert oder ins Deutsche übersetzt, das sich mit Deutschlands Nachbarland Frankreich befasst.

Preisträger*­innen

2021

Agnès C. Poirier

Für das Buch:
Notre-Dame: Die Seele Frankreichs

Insel Verlag 2020
Originaltitel: Notre-Dame. The Soul of France
Oneworld Publications, London 2020

2020

François Roux

Für das Buch:
Die Summe unseres Glücks

Piper Verlag, München (Übersetzung: Elsbeth Ranke) 2015
Originaltitel: Le bonheur national brut
Albin Michel, Paris 2014

2019

Wilfried Loth

Für das Buch:
Fast eine Revolution. Der Mai 68 in Frankreich

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2018

Sponsoren, Partner, Förderer

Der Literaturpreis Hommage à la France wird aktuell gefördert von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sowie von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz. Wir realisieren ein großes, kulturelles Projekt – Sie haben vielleicht die Möglichkeit, uns finanziell dabei zu unterstützen? Werden auch Sie Sponsor/ Partner/ Förderer des Literaturpreises und schließen Sie sich uns an!

Förderer

Partner

Der Literaturpreis steht unter der Schirmherrschaft der Institut francais in Sachsen und wird betreut von der Bürgerstiftung Dresden.